MitspracheRECHTE

Der Unterschied zwischen einem MitspracheRECHT und einer Mitsprachemöglichkeit ist, dass im ersten Fall eine klagbare Möglichkeit hergestellt ist, im zweiten Fall der “goodwill” beider notwendig ist. Ein Betriebsrat zum Beispiel hat ein Recht auf regelmäßige Meetings mit der Geschäftsführung und kann dies einklagen. Nebenberuflich Lehrende an Fachhochschulen benötigen ein Mitspracherecht.

Warum ist das so wichtig?

Wie soll ein akademischer Diskurs zustande kommen, wenn eine Seite sich nicht gesprächsbereit gibt? Wie soll ein akademischer Diskurs etabliert werden, wenn 86 % der Lehrenden einer Hochschule vom Mitspracherecht ausgeschlossen sind?

Im Prinzip befinden sich Fachhochschulen, was ihren Bildungsauftrag betrifft, auf einer Gratwanderung, solange nebenberuflich Lehrende ausgeschlossen sind. Die externen LektorInnen stellen die Lehre an Fachhochschulen sicher. Die Akademisierung dieser PraktikerInnen ist durch ihre Anwesenheit allein noch nicht gewährleistet. Im Prinzip kann an jedem Standort und jederzeit von der jeweiligen Geschäftsführung jedes Gespräch mit nebenberuflich Lehrenden verweigert werden.

Ein akademischer Diskurs ist oft sperrig und schafft Barrieren der Umsetzung. Ein akademischer Diskurs ermöglicht allerdings auch durch seine Reflexionen (Feedbackschleifen) Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.

Die Einbindung nebenberuflich Lehrender in die Gremien der Fachhochschulen funktioniert offenbar wenig. Peter Reininghaus von der FH Joanneum gibt dies unumwunden zu: “Nur, es wollte sich kein Einziger aufstellen”. Siehe dazu der Standard.

Es ist nicht gerade ein Aushängeschild, wenn sich an einer Fachhochschule tatsächlich niemand zur Wahl stellt. Und es sagt wohl einiges über den tatsächlich vorhandenen akademischen Diskurs aus, wenn sich tatsächlich niemand der nebenberuflich Lehrenden der Wahl stellte. Als FachhochschulträgerIn müsste man im Sinne des hochschulpolitischen Auftrags von der Republik als sagen: “Also verpflichten wir sie.”

Allzu oft wird von ErhalterInnenseite die mangelnde Bereitschaft nebenberuflich Lehrender beklagt, offene oder sogar öffentliche Angebote zur Mitarbeit sind selten. Und an den Standorten, an denen sich nebenberuflich Lehrende zu Wort melden, werden sie mitunter “nicht einmal ignoriert”.

Als IG.EL sehen wir MitspracheRECHTE für nebenberuflich Lehrende an Fachhochschulen als win-win-Situation für alle Beteiligten. Niemand müsste sich mehr über mangelnde Mitsprache beklagen oder beschweren.

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