Lehrende an Fachhochschulen: Wer vertritt hier wen?

Die vom FHStG 2012 festgelegten Wahlen vom Kollegium sieht so aus:

§ 10. (1) Zur Durchführung und Organisation des Lehr- und Prüfungsbetriebes ist bei jedem Erhalter von Fachhochschul-Studiengängen ein Kollegium einzurichten. Dieses hat mindestens zweimal jährlich zusammenzutreten.

(2) Dem Kollegium gehören neben der Leiterin oder dem Leiter des Kollegiums und ihrer oder seiner Stellvertretung sechs Leiterinnen oder Leiter der jeweils eingerichteten Fachhochschul-Studiengänge, sechs Vertreterinnen oder Vertreter des Lehr- und Forschungspersonals sowie vier Vertreterinnen oder Vertreter der Studierenden der Fachhochschul-Studiengänge an. Diese Vertretungen im Kollegium werden von den jeweiligen Personengruppen gewählt. Sollten weniger als sechs Leiterinnen oder Leiter von Fachhochschul-Studiengängen zur Verfügung stehen, ist deren Anzahl aus dem Kreis der Vertreterinnen oder Vertreter des Lehr- und Forschungspersonals zu ergänzen. Bei der Erstellung der Wahlvorschläge für die zu wählenden Vertreterinnen oder Vertreter sind pro Gruppe nach Möglichkeit mindestens 45 vH Frauen aufzunehmen.

Laut Gesetz ist also folgendes Szenario denkbar: Die Lehrenden wählen 6 externe LektorInnen als VertreterInnen ins Kollegium. Ein solches Ergebnis ist an keinem Standort zustande gekommen.

Doch: wenn es so wäre: Würden sich die internen LektorInnen durch ein solches Ergebnis  vertreten fühlen? Könnten sie überhaupt mit ihren Anliegen und Bedingungen vertreten sein? Da externe LektorInnen bis zu 90% des Lehrpersonals stellen, müssen folgende Fragen erlaubt sein: Wieso stellen externe LektorInnen nicht auch bis zu 90% der VertreterInnen der Lehrenden im Kollegium an Fachhochschulen? Wie sind die Wahlordnungen an den einzelnen Standorten aufgestellt, dass externe LektorInnen chronisch unterrepräsentiert sind?

Faktum ist, dass das Gesetz laut § 7 FHStG 2012 explizit zwischen nebenberuflich Lehrenden (Externe) und hauptberuflich Lehrenden (Interne) unterscheidet. In der Umsetzung zur Vertretung im Kollegium (§ 10), wird diese Unterscheidung  nicht mehr getroffen. Das fragwürdige Ergebnis ist, dass die Mehrheit der Lehrenden (Externe) in den einzelnen Kollegien unterrepräsentiert ist.

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